Die Ziegeleien im Rostocker Umland konnten die Mauersteine weder in der benötigten Menge noch zum geforderten Preis liefern. Höppner wollte und musste diesen Engpass beseitigen und erwarb deshalb, als seine Bautätigkeit einen immer größeren Umfang annahm, 1903 eine kleine Ziegelei in Papendorf, die er abriss. Auf deren Gelände an der Warnow baute er die „Ziegelwerke Heinrich Höppner“, die modernsten im Norden Deutschlands. Basis dieser Ziegelwerke waren die großen Tonvorkommen im Warnow-Tal und die günstige Transportmöglichkeit auf der Warnow. Auf diesem Fluss konnten die Steine in Schuten nach dem etwa sieben Kilometer entfernten Rostock transportiert - und umgekehrt, die für das Brennen der Steine und das Heizen der Dampfmaschinen erforderliche Kohle auf dem Wasserweg von Rostock herangeschafft werden. Die Warnow war seinerzeit ein ausgebauter vier Meter tiefer Fluss, der bis 50 Kilometer ins Hinterland hinein schiffbar war und zum Transport nicht nur von Steinen und Kohle, sondern auch von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Kalk und Baustoffen benutzt wurde

Die Tongewinnung, die Produktion der Mauersteine und deren Transport auf dem Wasserweg nach Rostock, alles war wohl durchdacht und auf einander abgestimmt. Alle Produktionsstufen wurden mit modernster Technik ausgerüstet.

Das Kraftzentrum der Ziegelwerke war das Maschinenhaus, weiß an Wänden und Fußboden gekachelt mit roten Läufern. In der hohen, blitzsauberen Halle standen zwei Dampfmaschinen. Die größere leistete 520 PS, arbeitete während der Arbeitszeit und erzeugte mit Hilfe von Generatoren den Strom, der von den zahlreichen Elektromotoren der Ziegelei benötigt wurde. Die kleine leistete 75 PS und lieferte den Strom für die auch nachts laufenden Motoren, z.B. die der Ventilatoren, die Tag und Nacht die heiße Luft aus den Ringöfen in die Trockenkammern saugten. Die kleine Maschine lieferte auch den Strom für die Haushalte der Ziegelei, wie dieser Teil von Papendorf bald genannt wurde.

Mit Hilfe der zahlreichen Elektromotoren war der Produktionsablauf voll mechanisiert. Elektrisch angetriebene Bagger gewannen den Ton, den elektrische Motoren auf Feldschienen in Loren an einem endlosen Seil auf den Beschickerboden zogen. Dort verdichteten ihn elektrisch betriebene Pressen und schnitten den Tonstrang automatisch in einem vorgegebenen Takt in das genormte Format. Mit diesem Takt war das Tempo der gesamten Produktion vorgegeben. Die künstliche Trocknung beschleunigte die Produktion um Wochen und machte sie unabhängig von der Witterung. In den Kammern trocknete die aus den Ringöfen angesaugte heiße Luft die nassen Rohlinge in drei Tagen. Aus den Kammern ging es in einen der zwei Ringöfen, in denen die getrockneten Rohlinge, die Kluten, in etwa 5 Tagen zu Mauersteinen gebrannt und dann mit Schuten auf der Warnow nach Rostock transportiert wurden. Der Rationalisierungseffekt war sensationell. Heinrich Höppner produzierte 15-17 Mio. Steine im Jahr mit weniger Arbeitskräften als die Konkurrenz 4 Mio. in ihren altmodischen Betrieben, den sog. Handstrichziegeleien. Natürlich waren seine Kapitalkosten höher, aber „unterm Strich“ waren seine Gestehungskosten niedriger und machten seine Reihenhäuser vermietbar.