Dieser Mangel konnte nur durch Zuzug behoben werden. Das war nicht schwierig, denn die Stadt zog wegen kürzerer Arbeitszeiten, besseren Verdienstes und leichteren Lebens die Menschen an. Rostocks Einwohnerzahl stieg sprunghaft. Das Problem war deren Unterbringung. Die Wohnungsnot in den wachsenden Industriestädten war groß und die Wohnverhältnisse schlimm.

Diese Wohnungsnot zu lindern, die die arme Bevölkerung am härtesten traf, und deren Wohnverhältnisse den Möglichkeiten und dem Standard seiner Zeit anzupassen, erkannte Höppner als seine Lebensaufgabe. Sie wurde der Kern seines unternehmerischen Schaffens. Sein besonderes Augenmerk galt hierbei den Arbeitern der rasch wachsenden Neptun Werft und deren Zulieferungsbetrieben. Deren Verdienst und deren Arbeitsweg waren die konstanten Größen, die zu berücksichtigen waren beim Erwerb von Bauland und bei der Kalkulation der zu bauenden Häuser. Denn die Mieten mussten für die Werftarbeiter bezahlbar sein.

Dieses Ziel – moderner Standard und Erschwinglichkeit – war nur bei einer „Massenfertigung“ zu erreichen, d.h. das Baugelände musste in großen Flächen gekauft und die Häuser gleichartig, von einem Architekten entworfen, straßenweise gebaut werden. Nur so ließ sich bei Fenster, Türen, Treppen, Dachkonstruktionen u.s.w. und beim Verhandeln mit Lieferanten und Subunternehmern der Preisvorteil industrieller Serienfertigung erreichen.

In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung, der Stadtentwicklung und dem Magistrat der Stadt Rostock baute Höppner auf dem Gelände zwischen Doberaner Platz im Osten, der Ulmen- und Maßmannstraße im Westen, der Wismarschen Straße im Süden und der Doberaner Straße im Norden von 1895 bis 1914 ca. 400 Häuser mit ca. Zwei-, Drei-, und Vier-Zimmerwohnungen.Die Häuser in der Körner-, Ulmen-, Borwin-, Margarethen-, Fritz-Reuter und Waldemarstraße, alle noch heute in erfreulichem Zustand, zeigen, wie in den Jahren von 1898 – 1914 „sozialer Wohnungsbau“ aussah.