HEINRICH HÖPPNER

geb. 19.09.1860, verst. 08.08.1926

Heinrich Höppner erbaute die Jugendstilvilla in Papendorf im Jahr 1907. 

Gegenüber zur Warnow hin lagen die Ziegelwerke Heinrich Höppner, die modernsten und leistungsfähigsten im Norden Deutschlands. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sind die Fabrikgebäude wegen Erschöpfung der Tonvorkommen abgetragen worden. Villa und Ziegelwerke waren äußerlich die Symbole von Höppners geschäftlichem und sozialem Aufstieg, die Wurzeln waren sie nicht.

Heinrich Höppner stammte aus einer mecklenburgischen Bauernfamilie. Sein Großvater war Bauer in Rethwisch bei Bad Doberan. Sein 1825 geborener Vater, der ebenfalls Heinrich hieß, war nachgeboren und wurde Ackerbürger in Rostock. Er lebte Zeit seines Lebens in engen Verhältnissen und verbrachte seine letzten Jahre als Witwer in der Villa seines Sohnes in Papendorf, wo er 1911 starb.

Heinrich, der Mittlere von drei Brüdern (Karl, der Älteste und Friedrich, der Jüngste) besuchte die Volksschule in Rostock und machte dann eine kaufmännische Lehre im Lebensmitteleinzelhandel in Rostock. Nach deren Abschluss erweiterte er seine Kenntnisse im Groß- und Einzelhandel während eines mehrjährigen Aufenthalts in Hamburg und eröffnete nach seiner Rückkehr in Rostock ein Lebensmittelgeschäft. Gleichzeitig begann er den Großhandel mit Kartoffeln und deren Export schiffsladungsweise nach Schweden und England. Bei Kaisermanövern in Mecklenburg war er Heereslieferant. Kurzum Heinrich Höppner entwickelte früh eine beachtliche Aktivität und begründete durch Fleiß und Zuverlässigkeit seinen Ruf als vertrauenswürdiger Geschäftspartner. Ermöglicht und begünstigt wurde sein schnelles Vorwärtskommen durch das friedliche politische Umfeld und durch die weltweite Hochkonjunktur während der Jahrzehnte vor dem ersten Weltkrieg. In Rostock gewann die industrielle Revolution eine besondere Dynamik wegen der günstigen Lage an der Warnow und dem direkten Zugang zu den Weltmeeren. Es waren die Gründerjahre. Der Optimismus kannte keine Grenzen. Aus Handwerksbetrieben wurden Industriebetriebe, neue Unternehmen entstanden, Arbeitskräfte wurden knapp.